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Skulptur "Der Schmied" des Essener Künstlers Paul Vogelsanger, Stuttgart, 1925

100,00 € / Objekt-Nr. 15506

© Ruhr Museum / Christoph Sebastian
Den Heroismus der Schmiedearbeit zelebrierte 1925 der Essener Künstler Paul Vogelsanger zu einem Zeitpunkt, als die Schwerindustrie komplett auf die maschinelle Fertigung umgestellt hatte.

Paul Vogelsanger (1880-1967) entwarf für die Stuttgarter „Württembergische Metallwarenfabrik“ (WMF) 1925 diese Skulptur. Seine Darstellung des Schmiedehandwerks besticht durch ihre völlig afunktionale Wiedergabe eines mit Gefahren verbundenen Berufes, was aber dem Verkauf keinen Abbruch tat. Das Kunstwerk gilt als Vogelsangers bekanntestes. Als Bildhauer und Skulpteur entwarf er Portraitbüsten, Medaillen und Denkmäler. Ein größerer Erfolg blieb ihm auf diesen Feldern versagt.

Vogelsanger kam aus München ins Ruhrgebiet und fand 1926 im Museum Folkwang eine Wohnung und Arbeitsmöglichkeiten. Für den Essener Historischen Verein schuf er das Denkmal „Wachsames Hähnchen“, was heute noch in der Innenstadt in der Nähe des Kennedyplatzes zu bewundern ist. 1929 gehörte er zu den Erstbeziehern im Großen Atelierhaus auf der Margarethenhöhe. Vogelsanger wird deshalb zu denjenigen gerechnet, die als „Künstlersiedlung Margarethenhöhe“ bekannt geworden sind. Sein Umzug auf die Margarethenhöhe war nicht von Erfolg begleitet. Die Folgen der Weltwirtschaftskrise im Zuge des Börsencrashs (1929/30) zogen ihm die Arbeitsgrundlagen unter den Füßen weg. Er fand nicht genügend viele solvente Käufer für seine Kunstwerke. Um sich nicht in die Gefahr einer Verschuldung zu begeben, verzog Vogelsanger nach Süddeutschland, ohne dass er künstlerisch an seine Erfolge in Essen anknüpfen konnte. Seine Kontakte ins Essener Establishment ermöglichten es ihm zumindest in einem Fall eine Portraitbüste von einer bekannten Persönlichkeit zu modellieren. Sein Auftraggeber war der Oberbürgermeister Essens, Dr. Theodor Reismann-Grone, der als überzeugter Nationalsozialist eine unrühmliche Rolle in der Stadtpolitik spielte.