Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht Prof. Heinrich Theodor Grütter das Bundesverdienstkreuz
Heute wurde unser ehemaliger Direktor, Prof. Heinrich Theodor Grütter, in der Henrichshütte in Hattingen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung würdigt der Bundespräsident das herausragende Engagement Grütters für die Entwicklung der Erinnerungskultur im Ruhrgebiet. Der Historiker und Kulturwissenschaftler leitete das Ruhr Museum bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Frühjahr 2026 und prägte die Entwicklung des Hauses über viele Jahre maßgeblich. Von 2017 bis 2025 gehörte er zudem dem Vorstand der Stiftung Zollverein an.
Ein besonderer Meilenstein seines Wirkens war die Eröffnung des Ruhr Museums im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Haus zu einem zentralen Ort, an dem die Geschichte des Ruhrgebiets, seine industrielle Vergangenheit, seine Gegenwart und der tiefgreifende Wandel der Region erforscht, bewahrt und vermittelt werden. Die Dauerausstellung und zahlreichen großen Sonderausstellungen eröffnen seitdem immer wieder neue Perspektiven auf die Region und ihre Geschichte.
Grütters Wirken beschränkte sich dabei nicht nur auf den Hauptstandort des Museums auf dem Welterbe Zollverein. Auch die Außenstellen des Ruhr Museums entwickelte er maßgeblich weiter. Unter seiner Leitung wurden unter anderem die Margarethenhöhe und das Deilbachtal mit Ausstellungen und Publikationen als bedeutende Orte der Essener und regionalen Geschichte neu profiliert. Darüber hinaus hat er im Jahr 2021 auf der Kokerei Zollverein das spektakuläre Schaudepot des Ruhr Museums eröffnet.
In der Würdigung des Bundespräsidenten wird insbesondere Grütters Beitrag zur Erinnerungskultur des Ruhrgebiets hervorgehoben. Seinem außergewöhnlichen Engagement sei es mit zu verdanken, dass mit Zollverein – stellvertretend für die gesamte Region – die Bedeutung des Ruhrgebiets als Kultur- und Industriestandort im Wandel international anerkannt ist.
Prof. Heinrich Theodor Grütter, ehem. Direktor Ruhr Museum:
„Ich bin natürlich äußerst überrascht, aber deshalb umso bewegter. Es war mir eine Ehre und eine große Freude, mich über 30 Jahre für das Ruhrgebiet einsetzen zu dürfen. Es ist und bleibt meine Heimat und die inspirierendste Region in Deutschland.“
Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen:
„Prof. Grütter hat die Erinnerungskultur im Ruhrgebiet über Jahrzehnte entscheidend geprägt. Sein Name ist untrennbar mit dem UNESCO-Welterbe Zollverein verbunden. Mit der Eröffnung des Ruhr Museums in der ehemaligen Kohlenwäsche im Kulturhauptstadtjahr 2010 hat er einen Ort geschaffen, an dem die Geschichte der Region bewahrt, neu erzählt und für ein breites Publikum erlebbar wird. Unter seiner Leitung entstanden Ausstellungen wie ‚Mythos und Moderne. Fußball im Ruhrgebiet‘, die sein feines Gespür dafür zeigen, was die Menschen im Ruhrgebiet bewegt. Das Bundesverdienstkreuz ist eine hochverdiente Anerkennung für sein außergewöhnliches Schaffen. Ich gratuliere ihm von ganzem Herzen.“
Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen:
„Prof. Heinrich Theodor Grütter hat über Jahrzehnte die Museums- und Kulturlandschaft in Essen und im Ruhrgebiet entscheidend geprägt. Er hat das Ruhr Museum zu einem Haus von überregionaler Bedeutung entwickelt und mit seiner Arbeit die Geschichte und Identität unserer Region für Millionen Menschen zugänglich gemacht. Die Auszeichnung mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland würdigt dieses herausragende Engagement. Dazu gratuliere ich Prof. Grütter sehr herzlich und freue mich, dass sein langjähriges Wirken auf diese besondere Weise Anerkennung findet.“
Dietmar Osses, Direktor Ruhr Museum:
„Wir freuen uns sehr über diese besondere Auszeichnung für Heinrich Theodor Grütter. Er hat das Ruhr Museum mit der Verbindung von Natur, Kultur und Geschichte über viele Jahre entscheidend geprägt und wesentlich dazu beigetragen, das Ruhrgebiet mit seinen naturräumlichen Voraussetzungen, seiner facettenreichen Geschichte und seiner fortwährenden Transformation sichtbar und verständlich zu machen. Dabei hat er das Museum immer als einen Ort verstanden, an dem Geschichte mit Objekten gezeigt und befragt wird, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander in Beziehung gesetzt werden. Im Namen des gesamten Teams des Ruhr Museums gratuliere ich ihm sehr herzlich.“
Christoph Tesche, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein:
„Prof. Heinrich Theodor Grütter hat die Entwicklung des UNESCO-Welterbes Zollverein zu einem international bedeutenden Industriedenkmal und Kulturstandort über viele Jahre entscheidend mitgeprägt. Mit seiner Expertise hat er wichtige Impulse für die strategische Weiterentwicklung des Welterbes gesetzt, wie zum Beispiel bei der musealen Erschließung der Kokerei. Für seine großen Verdienste um Zollverein und die Industriekultur im Ruhrgebiet danke ich ihm sehr herzlich und gratuliere ihm zu dieser besonderen Auszeichnung.“
Herzlichen Glückwunsch, lieber Theo Grütter!

