In der Halle 8 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein ist ab sofort die digitale Ausstellung HOLO-VOICES zu sehen, die Geschichte auf besondere Weise erfahrbar macht. Mit HOLO-VOICES wird den Überlebenden des Holocausts eine Stimme für die Ewigkeit gegeben. Interviews wurden digitalisiert und als fotorealistische, dreidimensionale Hologramme umgesetzt. Mithilfe Künstlicher Intelligenz können Besucher:innen Fragen stellen – und erhalten Original-Antworten der Zeitzeug:innen.
Ehrengast der Eröffnung war die heute 90jährige Eva Weyl, die mit ihrer beeindruckenden Rede das Publikum für sich einnahm. Weyl wurde im September 2024 für HOLO-VOICES von Studierenden der TU Dortmund interviewt. Als Tochter eines Textilkaufmanns aus Kleve kam sie 1935 in den Niederlanden zur Welt, nachdem ihre Eltern Deutschland verlassen hatten. Ende 1942 wurde die Familie in das Lager Westerbork verschleppt – ein Durchgangslager zu Vernichtungslagern wie Auschwitz-Birkenau und Sobibor. 1945 wurden Eva Weyl und ihre Eltern von kanadischen Soldaten befreit. Seit vielen Jahren geht Eva Weyl bereits in Schulen, um mit jungen Menschen über den Holocaust zu sprechen. Bisher hat sie auf diese Weise rund 200.000 Schüler:innen erreicht. Auch Eva Weyl ist in der Ausstellung als Hologramm präsent.
In Kooperation mit dem Ruhr Museum ist die vom Verein ZWEITZEUGEN e.V. kuratierte Ausstellung „Unter Tage – Unter Zwang“ zur Zwangsarbeit im Steinkohlenbergbau ebenfalls in der Halle 8 zu sehen. Sie zeigt, wie Zwangsarbeit im Ruhrbergbau funktionierte und was es für die Betroffenen bedeutete.
HOLO-VOICES ist ein Projekt des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Technischen Universität Dortmund. Das Projekt wurde mit der Förderung der RAG-Stiftung, der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und der Brost-Stiftung realisiert. Unterstützt wurde HOLO-VOICES von der Stiftung Zollverein, dem Deutschen Exilarchiv der Deutsche Nationalbibliothek und dem Verein ZWEITZEUGEN e.V..
Informationen zu Öffnungszeiten, Preisen und Führungen finden Sie hier.
Die Ausstellung ist zunächst bis Januar 2027 auf Zollverein zu sehen.
Wir freuen uns, Teil dieses eindrucksvollen Projekts zu sein.

