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Bandoneon mit Tragekoffer, Carlsfeld, 1920 – 1930

100,00 € / Objekt-Nr. 324

Bandoneon mit Tragekoffer, Alfred Arnold, Carlsfeld, 1920 – 1930
Copyright: Ruhr Museum, Foto: Rainer Rothenberg
Bandoneonmusik war in Deutschland Vereinsmusik und Teil der Alltagskultur des Ruhrgebiets. Seine große Verbreitung in Bergarbeiterkreisen brachte dem Instrument den Namen "Bergarbeiterklavier" ein.

Entwickelt wurde das Bandoneon, ursprünglich Bandoneo, Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Musiklehrer Heinrich Band. Er gründete eine Bandoneon-Fabrik und vertrieb die Instrumente in seinem Musikaliengeschäft in Krefeld. Ein Aufkleber im Inneren des Instruments weist als Hersteller die berühmte Firma von Alfred Arnold in Carlsfeld aus. Diese wurde 1911 gegründet und produzierte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Der charakteristische Ton, die praktische Größe, das geringe Gewicht und sein relativ niedriger Preis machten das Instrument bald bekannt. Notenkenntnisse waren nicht erforderlich, was es zu einem typischen Instrument für Laien machte. Gespielt wurde nach speziellen Zahlen und Zeichen. Man griff nicht A oder Fis sondern die dafür gekennzeichneten Zahlen. Um 1900 entstanden in Deutschland, mit einem Schwerpunkt in der Arbeiterbewegung viele Bandoneon-Vereine. In den 1930er Jahren waren es zwischen 600 und 800. Seine über Deutschland hinausreichende Popularität gewann das Bandoneon im Zusammenhang mit dem Tango. Deutsche Auswanderer und Seefahrer brachten es nach Argentinien und Uruguay, wo es das Rückgrat jeder Tangokapelle wurde. Dem Tango ist es zu verdanken, dass das Bandoneon heute nicht gänzlich verschwunden ist.