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Ruhr Museum | Glückauf – Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets

Sonderausstellung

Glückauf – Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets

Ruhr Museum, 12-Meter-Ebene
29. Juni 2024 bis 2. März 2025
Öffungszeiten

Montag–Sonntag
10–18 Uhr

Anfahrt

Preise

Eintritt 10 €, ermäßigt 7 €,
Kinder / Jugendliche unter 18 Jahren sowie
Schüler:innen / Student:innen unter 25 Jahren Eintritt frei

Informationen

Besucherdienst

Eine große kulturhistorische Ausstellung über das Kino und den Film im Ruhrgebiet in spektakulärer Industriekulisse: Damit feiern das Museum und die Essener Filmkunsttheater 2024 den 100. Geburtstag des Filmstudios Glückauf. Die Gesamtschau gewährt erstmals einen Überblick über die einmalige Filmlandschaft der einst von Kohle und Stahl geprägten Region. Sie zeigt 100 Jahre bewegendes Ruhrgebietskino mit legendären Spiel- und Dokumentarfilmen und lädt mit beeindruckenden Objekten zu einer historischen Entdeckungsreise durch die Film- und Kinolandschaft des Ruhrgebiets ein.

 

Film: Zeitlupe GmbH

 

Der Anlass

Der Anlass der großen Sonderausstellung des Ruhr Museums ist der Geburtstag des Essener »Filmstudios Glückauf«, das am 1. März 2024 hundert Jahre alt geworden ist. Es gehört damit zu den ältesten noch erhaltenen Kinos im Ruhrgebiet und in Nordrhein-Westfalen. Dieses Jubiläum nimmt das Ruhr Museum auf dem UNESCO- Welterbe Zollverein zum Anlass für eine Ausstellung über die gesamte Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets. Dabei lässt das Ruhr Museum nicht nur die großen Zeiten des Kinos in den 1920er- und 1950er-Jahren wieder auferstehen, sondern zeigt auch den Wandel der Kinokultur und die Personen vor und hinter den Kameras. Das »Filmstudio Glückauf« wurde 1924 als Reformkino gegründet und sollte durch die Aufführung anspruchsvoller Filme den befürchteten Gefahren des »sitten- und vor allem jugendgefährdenden« neuen Mediums entgegenwirken. Diesen Anspruch hat das »Filmstudio Glückauf« über hundert Jahre lang bewahrt und ist seit den 1990er-Jahren Teil der Essener Filmkunsttheater. In einer beispiellosen bürgerschaftlichen Aktion ist es in den Zweitausenderjahren vor der Schließung und der Zerstörung gerettet worden und konnte weiter einer der Leuchttürme der Kinokultur in Nordrhein-Westfalen bleiben. Die Essener Filmkunsttheater wiederum bilden mit insgesamt sechs Spielstätten, darunter das berühmte Premierenkino »Lichtburg«, den Kern der Essener Kinolandschaft, und es ist der beispiellosen Initiative ihrer Inhaber Hanns-Peter Hüster und Marianne Menze mit ihrem Team zu verdanken, dass Essen und das Ruhrgebiet auch heute noch eine wichtige Rolle auf der deutschen Kinowandkarte spielen.

 

Die Ausstellung

Prof. Heinrich Theodor Grütter, Museumsdirektor des Ruhr Museums erläutert: »Wir haben unserer Heimat ein filmisches Denkmal gesetzt. Erstmals beleuchten wir die gesamte Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets. Und auch diese Geschichte ist filmreif.«
Die Ausstellung »Glückauf – Film ab! Kino und Filmgeschichte des Ruhrgebiets« ist ein chronologischer Streifzug durch die Filmlandschaft des Reviers und dessen magischem Aufführungsort, dem Kino. Sie erzählt dabei die gesamte über hundertjährige Geschichte des Kinos und des Films im Ruhrgebiet, angefangen bei der Geburtsstunde der Kinematographie Ende des 19. Jahrhunderts, über die großen Kinobauten der 1920er-Jahre, die Instrumentalisierung des Films und des Kinos in der NS-Zeit und das Kinoerlebnis der 1950er-Jahre bis zum Wandel des Kinos ab den 1970er-Jahren bis heute. Gleichzeitig ist die Ausstellung aber mehr als eine Kino- und Filmgeschichte. Sie präsentiert die ganze Welt des Films und des Kinos im Ruhrgebiet, von der Vorführtechnik über die Film- und Kinowerbung, vor allem der 1950er-Jahre, bis hin zu den legendären Kinobesitzern und Kinobetreiberinnen. Sie zeigt die Region als Drehort bedeutender Filme und die dazugehörige Filmausstattung sowie die Filmschaffenden, die aus dem Ruhrgebiet hervorgegangen sind oder hier gedreht haben. Und sie beleuchtet die Spezifika des Ruhrgebietsfilms wie die Dokumentarische Filmarbeit, die enge Verbindung der Montanindustrie zum Film, die Filmavantgarde, den Film und das Kino im interkulturellen Kontext, die bedeutenden Filmfestivals der Region und schließlich auch die Skandale im Lichtspielhaus, die sich um Umweltprobleme, Sexfilme und das Image des Ruhrgebiets drehten.

Über 900 Exponate aus Museen, Archiven, Kinos und Privatbesitz von Filmschaffenden werden gezeigt. Dabei geht es von Plakaten, Autogrammkarten, Drehbüchern und Requisiten über spektakuläre Filmausschnitte, Zeugnisse der dokumentarischen Filmarbeit, Filmwerbung und Fotografien bis hin zu unterschiedlichsten Film-Projektoren und verschiedensten Medien und Genres, die die Filmlandschaft bereichert und geprägt haben. Es entsteht ein Panorama, das zeigt, welch wichtiges Kulturgut Film und Kino im Ruhrgebiet waren und sind.

Marianne Menze, Geschäftsführerin der Essener Filmkunsttheater:
»Die Ausstellung widmet sich der großen Film- und Kinoleidenschaft der Menschen im Ruhrgebiet. Und genau dieser ist es auch zu verdanken, dass unsere Kinos heute und in Zukunft existieren.«

 

Die Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets

Gerade im Ruhrgebiet, dem ehemals größten industriellen Ballungsraum in Europa, besaßen das neue Unterhaltungsmedium Film und sein Präsentationsort, das Kino, eine ungeheure Bedeutung. Schon vor dem Ersten Weltkrieg existierte in Essen die »Schauburg«, das größte Kino überhaupt mit 2.000 Sitzplätzen, und in den 1920er- Jahren gehörten mehrere Kinos im Ruhrgebiet, wie die 1928 eröffnete Essener »Lichtburg«, zu den größten Lichtspielhäusern in Deutschland. Aber auch in den nachfolgenden Jahrzehnten, vor allem in den 1950er-Jahren, der Hochzeit der Kinos und der Blütezeit der Ruhrindustrie im Wirtschaftswunder, nahmen der Spielfilm und das Kino im Revier eine herausragende Rolle ein. Ende der 1950er-Jahre zählte die Region mehrere hundert Lichtspielhäuser, ehe das langsame Kinosterben begann und es sich in Konkurrenz mit dem Fernsehen und später anderen Medien auf den Rückzug begab und heute nur noch eines von vielen Unterhaltungsformaten ist. Aber auch heute existieren in Essen mit dem »CinemaxX« das größte Multiplex- Kino und mit der »Lichtburg« der größte Kinosaal in Deutschland.

Blick in die Sonderausstellung »Glückauf – Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets«
Werbung für den Film „Der Dieb von Bagdad” in Essen, 1949
Kinokasse, 1950er Jahre
Filmpremiere von „Monpti” (1957, Helmut Käutner) mit Romy Schneider in der Essener „Lichtburg“
Blick in die Sonderausstellung »Glückauf – Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets«
Plakat zum Spielfilm „Quax, der Bruchpilot”, 1941
Gerhard Ilg im Atelier des „Palast-Theaters“ in Mülheim a.d. Ruhr, 1950
Leuchtschriftzüge der „Lichtburg“ Lünen mit ihren drei Sälen, 1979
Blick in die Sonderausstellung »Glückauf – Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets«
Dreharbeiten für den Film „Die Verdammten” (1969, Luchino Visconti) an der Essener Straße in Oberhausen, 1968
Szenenfoto aus dem Fernsehspiel „Smog” (1973, Wolfgang Petersen)
Filmpremiere von „Gift im Zoo" in der Essener „Lichtburg“, 1952
Blick in die Sonderausstellung »Glückauf – Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets«
Kinosaal im Glückauf-Haus, 1923
Zarah Leander gibt Autogramme bei der Uraufführung des Films „Gabriela" in der Essener „Lichtburg“, 1950
Blick in die Sonderausstellung »Glückauf – Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets«
Filmwerbung für die „Lichtburg“ in der Essener Stadtmitte, 1960
Kassenhäuschen aus dem „Filmcasino“ in Essen, um 1950
Videothek-Schild aus dem Film „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding” (1999, Peter Thorwarth), um 1998
Postkarte: Untertagekino der Gutehoffnungshütte in Oberhausen, um 1939
Blick in die Sonderausstellung »Glückauf – Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets«
Projektor „Imperator II“ (Fried. Krupp AG, Essen/ Ernemann-Werke AG, Dresden), um 1925
Drehbuch zum Film "Theo gegen den Rest der Welt" (1980, Peter F. Bringmann), Matthias Seelig, um 1979
Publikumspreis „Jupiter“, verliehen an Peter Thorwarth für den Film „Was nicht passt wird passend gemacht”, 2002
Blick in die Sonderausstellung »Glückauf – Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets«
Plakat zum Spielfilm „Protéa” (1913, Victorin-Hippolyte Jasset)
Transparentwerbung für die „24. Westdeutsche Kurzfilmtage“, 1978
Postkarte „Lichtburg“ in Essen, 1928
Schimanski-Jacke mit Einschussloch und Filmblut aus „Loverboy“ (2013, Kaspar Heidelbach), signiert von Götz George, 2013
Blick in die Sonderausstellung »Glückauf – Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets«
Türknauf aus dem „Bali“-Kino im Bochumer Hauptbahnhof, 1957
100 Jahre Filmstudio Glückauf, 2024
Kinotransparent für den Film "Die Frühreifen" (1957, Josef von Báky), um 1957
Blick in die Sonderausstellung »Glückauf – Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets«
„Silberner Bär“ der Berlinale für das Drehbuch „Alle Jahre wieder“ von Michael Lentz, 1967
Leuchtreklame „Komm wir geh'n ins Kino“, 1970er Jahre
Blick in die Sonderausstellung »Glückauf – Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets«
Kartenabreißautomat aus der „Lichtburg“ in Dinslaken, um 1970
Blick in die Sonderausstellung »Glückauf – Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets«
Werbefigur „Lara Croft”, um 2001
Kinematographischer Apparat aus dem Nachlass von Wilhelm Wiedau, Paris, um 1898

Die Gestaltung

Bewegtbild im Bunker: Die einzigartigen Räumlichkeiten auf der Bunkerebene der Kohlenwäsche bieten den spektakulären Rahmen für die selbst filmreife Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets. Schon im Treppenhaus wird der Weg für die Gäste zu einem Countdown. Auf der Ausstellungsebene angekommen, öffnet sich der Hauptraum mit seiner dreischiffigen Struktur vor den Besucherinnen und Besuchern. Vier große Projektionsflächen sind hier wirkmächtig angeordnet. Insgesamt über 20 verschiedene Medienstationen halten ein breites filmisches Angebot zu allen Themen und Zeiten der Film- und Kinogeschichte des Ruhrgebiets bereit.

Strukturbildend für die 20 Kapitel der Ausstellung sind die in der zentralen Mittelachse angeordneten Ausstellungsbauten, die sich vom Eingang bis zum Ende des Hauptraumes, einem Rückgrat gleich, im Raum ausbreiten. Den Fluchtpunkt am Ende bildet ein handgemaltes, riesiges Transparent aus der großen Zeit der Kinowerbung. Als visueller Auftakt erscheint in der Raummitte eine große Projektion mit Architekturfotografien aus der an eindrucksvollen Kinobauten reichen Region. Weiße Ausstellungsmöbel, samtrote Objektuntergründe, kontrastierend mit Untergründen in Gold Eloxal erinnern an die »Goldenen Kinozeiten«. Die Gestaltung der Kabinette zieht sich auf grundlegende, wiederkehrende Elemente zurück und erreicht so einen maximalen Fokus auf den Inhalt selbst.

Gestalter Hannes Bierkämper von südstudio sagt hierzu: »Das Kino lebt von großen Bildern. Und das war auch unser Ansatz für die Ausstellung. So wird sie ebenso magisch wie der Erlebnisort Kino selbst.«

 

Das Begleitprogramm

Neben den Klassikern wie Führungen und Workshops warten eine Vortragsreihe, Exkursionen, zwei Podiumsdiskussionen und das umfangreichste Filmprogramm, das es je im Ruhr Museum zu einer Sonderausstellung gab. Zu den täglichen Angeboten gehören einerseits der kostenfreie Audioguide, der von keinem Geringeren als dem Schauspieler Henning Baum gesprochen wird, sowie das kostenlose Quiz für Familien mit Kindern ab 6 Jahren. Beide führen zu den Highlights der Ausstellung.

Begleitend zur Ausstellung starten im September 2024 verschiedene Filmreihen – sowohl auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein als auch im »Filmstudio Glückauf« und in einigen Essener Stadtteilen. So zeigen die Essener Filmkunsttheater im Rahmen von 25 Sonntagsmatineen herausragende Spielfilme aus den letzten 100 Jahren, die im Ruhrgebiet gedreht wurden bzw. sich mit dem Milieu und den typischen Charakteren der Region beschäftigen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Wanderkino sind fünf Filmklassiker in türkischer, spanischer, griechischer und ukrainischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln zu sehen. Sie werden in verschiedenen Essener Stadtteilen in Wohnzimmeratmosphäre gezeigt. Ab Oktober folgt eine Dokumentarfilmreihe auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein. An zehn Dienstagabenden werden selten gezeigte Filmschätze der letzten 120 Jahre vorgestellt. Filmkundige führen in die Veranstaltungen ein und im Anschluss finden Publikumsgespräche statt. Ausführliche Informationen zu den Filmvorführungen gibt es ab Mitte August an dieser Stelle und im parallel erscheinenden Filmprogrammheft.

 

Angebote für Schulen

Für Schulklassen gibt es verschiedene Führungsangebote, in welchen in der Ausstellung die Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets anhand von Exponaten und Filmausschnitten erörtert wird. Die Schülerinnen und Schüler analysieren anhand von Ausstellungsstücken die Besonderheit des Ruhrgebiets im Film.
Um zusätzlich die Planung des Besuchs zu unterstützen, kann hier das
Begleitmaterial für Schulen zur Sonderausstellung "Glückauf - Film ab!" 
heruntergeladen werden.

 

Die Förderer

Das Ausstellungsprojekt, das Begleitprogramm und der Katalog wurden großzügig unterstützt von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, der Allbau GmbH, der Kulturstiftung Essen, der Sparkasse Essen, der Stadtwerke Essen AG und der Stiftung Mercator.

 

Die Kooperation

Zwei große Kulturträger in Essen haben sich für diese Ausstellung zusammengetan: die Essener Filmkunsttheater, Leuchttürme der Kinolandschaft Nordrhein- Westfalens, und das Ruhr Museum, das Heimatmuseum des Ruhrgebiets in der ehemaligen Kohlenwäsche auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Das umfangreiche Filmprogramm der Ausstellung hat die Kinemathek im Ruhrgebiet beigesteuert.

 

Die Essener Filmkunsttheater
Die Wurzeln der Essener Filmkunsttheater reichen über 60 Jahre zurück. Damals gehörte Hanns-Peter Hüster zu den Pionieren der Kommunalen Filmarbeit und der Entwicklung der Programmkinoszene in Nordrhein-Westfalen. Viele Jahrzehnte hat er zusammen mit Marianne Menze die Essener Filmkunsttheater betrieben. Seit seinem Tod im Jahr 2020 ist z. Zt. Marianne Menze alleinige Geschäftsführerin. Die heute zu den Essener Filmkunsttheatern gehörenden sechs Essener Lichtspielhäuser, Lichtburg, Filmstudio Glückauf, Eulenspiegel, Astra-Theater & Luna sowie Galerie Cinema, sind die einzigen Kinos der Stadt, die aufgrund ihres besonderen Programms und ihres individuellen Stils die Eröffnung des CinemaxX 1991 überlebt haben.
Die Programme von Lichtburg & Sabu in der Lichtburg (1250/150 Plätze),
_ Eulenspiegel (288 Plätze), Astra-Theater & Luna (346/61 Plätze), Filmstudio Glückauf (250 Plätze) und Galerie Cinema (45 Plätze) setzen sich in erster Linie aus aktuellen Erstaufführungen zusammen, werden jedoch ergänzt durch Premieren, Filmreihen, Originalfassungen, Stummfilmen mit Live-Musik, Kinderfilmen, Seniorenkino, Festivals und weiteren Sonderveranstaltungen. Die Essener Filmkunsttheater werden seit Jahren regelmäßig vom Bundesministerium des Innern und vom Land Nordrhein-Westfalen für ihre »herausragenden Jahresprogramme« ausgezeichnet. www.filmspiegel-essen.de

 

Die Kinemathek im Ruhrgebiet
Als einer der Autoren der Retrospektive »Das Ruhrgebiet im Film« anlässlich der Westdeutschen Kurzfilmtage Oberhausen 1978 gründete Paul Hofmann 1988 die Kinemathek im Ruhrgebiet als dauerhafte regionale Forschungs- und Dokumentationseinrichtung. Ihre Sammlungen bilden ein regionales Filmarchiv für die Industrielandschaft zwischen Rhein, Ruhr und Lippe. Ihr Ziel ist die Erfassung aller im Ruhrgebiet und über das Revier gedrehten Film-, Video- und Fernsehproduktionen. Darüber hinaus sammelt, sichert und erschließt sie, in Kooperation mit anderen Einrichtungen, Filmdokumente zur Geschichte der Industrieregion und macht sie, wo möglich, wieder zugänglich.
Thematische Schwerpunkte sind dabei die Industrie- und Sozialgeschichte, die Geschichte der Arbeiterbewegung, die politischen Bewegungen seit den 1960er Jahren, die sozialen Kämpfe der 1970er und 1980er Jahre, die Geschichte des dokumentarischen Films, des Amateurfilms, der Selbstdarstellung der Region und ihrer Städte sowie die Geschichte des Industriefilms.
Neben Bewegtbildern archiviert die Kinemathek im Ruhrgebiet weitere für die filmhistorische Forschung unentbehrliche Materialien wie Drehbücher, Plakate, Fotos, Filmprogramme und andere Dokumente, auch aus Altbeständen ehemaliger Produktionsfirmen und Filmverleihe.
Die Kinemathek im Ruhrgebiet trägt ihre Arbeit in verschiedenster Form in die Öffentlichkeit. So stellte sie von Anbeginn mit unterschiedlichsten örtlichen Partnern und in der gesamten Region zahllose Filmprogramme vor und beteiligte sich bereits seit den 1980er Jahren mit begleitenden Filmreihen an zahlreichen Sonderausstellungen des Ruhr Museums wie auch jetzt wieder zu dieser Ausstellung.

Paul Hofmann von der Kinemathek im Ruhrgebiet, erläutert: »Die außergewöhnlich umfangreiche dokumentarische Filmarbeit im Ruhrgebiet hat in den zurückliegenden sechzig Jahren Filmgeschichte geschrieben. Filmemacher und Filmemacherinnen haben dem ikonischen (Film-) Bild der Region ganz eigene wichtige Facetten hinzugefügt, Dokumente des gesellschaftlichen und industriellen Wandels geschaffen und die Kraft ihrer bewegten Bilder auch in die sozialen Kämpfe dieser Zeit eingebracht.«

 

Das Ruhr Museum
Gegenwart, Gedächtnis und Geschichte in einer spektakulären Industriekulisse: Das Ruhr Museum auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen zeigt in seiner Dauerausstellung die faszinierende Natur- und Kulturgeschichte einer der größten Industrieregionen der Welt von der Entstehung der Kohle vor über 300 Millionen Jahren bis hin zur modernen Metropole Ruhr. Dem früheren Weg der Kohle folgend steigt man immer tiefer in die Geschichte des Reviers hinab. Dabei geht es durch fensterlose Bunker vorbei an riesigen Industriemaschinen, rohen Betonwänden und Transportbändern. Dazwischen zeigen über 6.000 Objekte, wie sich eine ehemals landwirtschaftlich geprägte Region zum größten Kohle- und Stahlproduktionsgebiet Europas entwickelte und zur heutigen Metropole Ruhr wurde. Sonderausstellungen zu unterschiedlichsten Ruhrgebietsthemen eröffnen immer wieder einzigartige Einblicke in die Geschichte einer Region im Wandel. Das Schaudepot auf der Kokerei Zollverein, das Kleine Atelierhaus und die Musterwohnung auf der Margarethenhöhe, der Halbachhammer, das Mineralien- Museum und das Deilbachtal ergänzen als Außenstellen das Angebot.

 

Die kostenlose Audioguide-App

1 Std., in Deutsch und Englisch
Gesprochen von Henning Baum
An 21 Stationen führt der Rundgang per App durch die faszinierende Film- und Kinowelt des Ruhrgebiets.

Zur Audioguide-App

 

Der Katalog

295 Seiten, mit mehr als 300 Abbildungen, Klartext Verlag, Essen 2024, 29,95 €
ISBN 978-3-8375-2632-5

 

Flyer zur Ausstellung

Weitere Informationen zur Ausstellung und dem umfangreichen Begleitprogramm finden Sie hier als PDFs zum Download:

Flyer (PDF)

Kalender

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Führungen und weitere Angebote finden Sie in unserem Kalender:

Audioguide

Kostenlose Audioführung auf Deutsch oder Englisch durch die Ausstellung:

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