Direkt zum Inhalt der Seite springen

Ruhr Museum | Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr

Sonderausstellung, Eine Klasse für sich (Adel)

Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr

Ruhr Museum, 12-Meter-Ebene
Verlängert bis zum 31.7.2022
Öffungszeiten

Montag–Sonntag
10–18 Uhr

Anfahrt

Preise

Eintritt 7 €
ermäßigt 4 €
unter 18 Jahren frei
Schüler*innen und Student*innen unter 25 Jahren frei

Online-Tickets

Informationen

Besucherdienst Ruhr Museum

Zwischen Gold und Glas: Die Sonderausstellung „Eine Klasse für sich“ zeigt zum ersten Mal einen Überblick über die gesamte Geschichte des Adels an Rhein und Ruhr vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart. Bis zum 24. April 2022 präsentiert das Ruhr Museum prächtige und teils noch nie ausgestellte Kulturschätze in einem spektakulären „Glaspalast“ vor den rauhen Bunkerwänden seiner 12-Meter-Ebene auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein.

Film: Zeitlupe GmbH

 

Gezeigt werden über 800 Objekte aus rund 160 Museen, Archiven, Bibliotheken und Privatsammlungen. Zusammen haben sie einen Versicherungswert von knapp 30 Millionen Euro. Viele adelige Familien stellen dabei noch nie ausgestellte Exponate zur Verfügung: Bildnisse ihrer Vorfahren und andere Gemälde, kostbares Silber- und Porzellangeschirr sowie Glaspokale und Sammlerstücke, die bis heute im Familienbesitz geblieben sind. Urkunden, Stammbäume und illustrierte Bücher aus den zum Teil bis ins 16. Jahrhundert zurückgehenden Adelsbibliotheken, geben Einblicke in ihre ehemalige Lebenswelt.

Im Hauptraum erzählt die Ausstellung die tausendjährige Geschichte des Adels von den Anfängen im Frühmittelalter bis heute. In den Seitenräumen zeigt sie die Welt des Adels und deren Phänomene, die Menschen bis heute faszinieren.

Höhepunkte der Ausstellung sind der Prunkharnisch Herzog Wilhelms V. von Jülich-Kleve-Berg aus dem Kunsthistorischen Museum Wien, bedeutende Kulturschätze adeliger Frauen aus der Essener Domschatzkammer, das Porträt der Essener Fürstäbtissin Franziska Christine, wertvolle Tapisserien, aber auch ein Löwenfell aus dem ehemaligen Löwenpark des Grafen von Westerholt in Gelsenkirchen. Die Bandbreite an Exponaten reicht vom Mittelalter bis in die heutige Zeit und umfasst das ganze Spektrum der Kunst- und Kulturgeschichte.

 

Blick in die Ausstellung "Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr"
Zwei Radschlosspistolen mit Jagdszenen aus Kurfürstlich-Brandenburgischem Besitz
Blick in die Ausstellung "Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr"
Wappenkästchen der Mechtild von Mecheln, Gräfin von Kleve
Blick in die Ausstellung "Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr"
Zwei Stühle eines Möbelensembles im Louis-Seize-Stil
Blick in die Ausstellung "Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr"
Adels-Brief für John Eugen Louis Haniel (1849 – 1902)
Blick in die Ausstellung "Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr"
Schloss Westerholt (Herten)

Eine Klasse für sich

Aus der industriegeschichtlich geprägten Perspektive scheinen Adel und die Rhein-Ruhr-Region unvereinbar. Aber das Ruhrgebiet hat auch eine reiche vorindustrielle Vergangenheit, die es einst zu einer der burgenreichsten Regionen Europas werden ließ. Aus vielen Wehrbauten entwickelten sich später prächtige Wasserschlösser und Herrenhäuser. Heute kommt man auf eine Gesamtzahl von über 400 Adelssitze. Etwa 200 von ihnen sind erhalten, wenn auch teilweise nur als Ruinen.

Die Ausstellung „Eine Klasse für sich“ nimmt aber nicht nur die Bauten der Adelskultur in den Blick, sondern widmet sich auch den Adeligen selbst und ihrer Rolle in der Geschichte dieser Region von den Anfängen im Frühmittelalter bis in die Gegenwart. Welche Familien lebten hier, welche Netzwerke bildeten sie, wie sahen ihr Alltag und ihre Feste aus, auf welchen Säulen basierte ihre Macht, welche Rituale und Symbole gab es? Die Ausstellung geht auch der Frage nach, wie die sich als Elite verstehende Gruppe trotz Aufhebung ihrer Privilegien und des damit verbundenen politischen Bedeutungsverlusts weiter bestehen konnte. Und wie leben die Adeligen heute, welche Veränderungen ergaben sich aus diesem Wandlungsprozess?

 

1000 Jahre und viele Herrschaften

Die Rhein-Ruhr-Region war nie das zusammenhängende Herrschaftsgebiet eines mächtigen Fürsten. Sie zeichnete sich stets durch eine Vielzahl kleinteiliger Herrschaften aus, zu denen neben Herzogtümern und Grafschaften auch geistliche Territorien und Städte gehörten.

Die Ausstellung erzählt im Innenraum die tausendjährige Geschichte des Adels. Im Frühmittelalter befördern Adelige als Gründer von Klöstern und Stiften die Ausbildung des mittelalterlichen Feudalsystems. Burgen und Kriege geben Zeugnis von Machtstrukturen, Rivalitäten und Bündnissen. In der Frühen Neuzeit dominieren die repräsentativen Ansprüche des Adels: Die Wohnsitze namhafter Familien werden zu Schlössern mit luxuriöser Hofkultur und prachtvollen Gärten. Mit der Französischen Revolution schwinden viele Vorrechte des Adels. Der preußische Staat reglementiert ihn stark, eröffnet aber auch neue Betätigungsfelder, vor allem in Verwaltung und Militär. Adelige betätigen sich zunehmend als Unternehmer, gleichzeitig steigen Bürgerliche zu „Schlotbaronen“ auf. Nach den Weltkriegen führt eine Neuorientierung zu einer Rückbesinnung auf adelige Traditionen und zu einem stärkeren Verantwortungsbewusstsein für die Erhaltung des kulturellen Erbes.

In den Seitenräumen der Ausstellung wird die Welt des Adels in zeitübergreifenden Themen vertieft. Die Tradition und Selbstdarstellung der Adelsfamilien verdeutlichen Wappen und Ahnentafeln. Grafiken und Fotos zeigen die imposanten Adelssitze dieser Region, während der Wandel der Gartengestaltung in Plänen und Gemälden sichtbar wird. Möbelstücke und Gobelins geben Einblicke in die adelige Wohnkultur, und die adeligen Sammlungen werden mit  Büchern, Gemälden und Preziosen gezeigt. Uniformen stehen für die männlichen und weiblichen Bediensteten, die jahrhundertelang für den Adel tätig waren. Die Objekte im Raum Kindheit und Erziehung dokumentieren die Vorsorge für eine standesgemäße Ausbildung, die mit einer gezielten Heiratspolitik und der Vernetzung in den höchsten Kreisen einherging. Höfische Feste als gesellschaftliche Höhepunkte werden mit Gemälden und Musikinstrumenten, die hohe Jagd als Adelsprivileg anhand von Waffen und Geweihtrophäen vorgestellt. Im Raum Tod und Begräbnis finden sich neben Totentafeln imposante Grabmonumente, und der letzte Bereich Faszination Adel thematisiert das immer noch vorhandene Interesse unserer bürgerlichen Gesellschaft an der Welt des Adels.

 

DIE AUSSTELLUNGSGESTALTUNG

Mit einem „Glaspalast“ ist Bernhard Denkinger eine ganz besondere Gestaltung gelungen. Sie setzt die prächtigen Exponate in reinen Glasvitrinen vor den rauen Wänden der fensterlosen Bunkerebene in Szene. Diese transparente Architektur mit ihrer geometrischen Anordnung erlaubt unzählige Durchblicke in die Ausstellung, die immer wieder zurück zum Zentrum der Ausstellung führen: dem Mittelgang. Über die gesamte Raumlänge entsteht hier für Besucher*innen eine bisher unbekannte Weite und Sicht auf die kostbaren Exponate.

 

Audioguide-App

Kostenlos und auf dem eigenen Smartphone: Mit unserer neuen Audioguide-App wird der Besuch der Ausstellung "Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr" zu einem nachhaltigen Erlebnis. Die kostenlose Audioguide-App bietet eine spannende Audioguide-Tour mit 26 Stationen durch die ab dem 13. Dezember 2021 geöffnete Sonderausstellung in Deutsch und Englisch an. Im Serviceteil beantwortet sie auch alle wichtigen Fragen rund um Ihren Museumsbesuch.

Die Audioguide-App zur Ausstellung gibt es hier kostenlos zum Download: 

Zu den App Stores


Begleitprogramm

Während der Laufzeit der Ausstellung im Ruhr Museum findet ein umfangreiches Rahmenprogramm statt. Es umfasst unter anderem Vorträge, ein Gespräch, einen Filmabend, Exkursionen, Workshops für Erwachsene und für Kinder, Veranstaltungen für Lehrer*innen, Führungen für Schulklassen sowie verschiedene Angebote für Familien und Kinder. 

Das komplette Veranstaltungsprogramm finden Sie hier: 

Flyer (PDF)

 

Im Rahmen der Sonderausstellung fand vom 18.1. bis 15.2.222 eine 5-teilige Vortrags- und Gesprächsreihe des Ruhr Museums im Kokskohlenbunker statt. Sie beschäftiget sich jeden Dienstag mit der Geschichte und Gegenwart des Adels in der Rhein-Ruhr-Region und erläuterte dessen Traditionen und Phänomene, die sich über ein Jahrtausend lang entwickelt haben.

Die Aufzeichnungen der Vortrags- und Gesprächreihe können hier als Videos abgerufen werden:

Aufzeichnungen

 

Katalog zur Ausstellung

Der Katalog zur Ausstellung "Eine Klasse für sich" im Ruhr Museum gibt zum ersten Mal einen Überblick zur Geschichte des Adels an Rhein und Ruhr vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart. 

Weitere Informationen

 

Flyer zur Ausstellung

Weitere Informationen zur Ausstellung und dem umfangreichen Begleitprogramm finden Sie hier als PDFs zum Download:

Ausstellungsflyer (PDF)

Kalender

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Führungen und weitere Angebote finden Sie in unserem Kalender:

Audioguide

Erstmalig in einer App: Eine kostenlose Audioführung auf Deutsch oder Englisch durch die Ausstellung:

App Store (iOS)

Google Play (Android)