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Ruhr Museum | Gelb ist Geschichte! Fotografien von Alexander Lackmann

Sonderausstellung

Gelb ist Geschichte! Fotografien von Alexander Lackmann

Kohlenwäsche, Rundeindicker, 30m Ebene
30. März bis 25. Oktober 2026

Eine Ausstellung der Stiftung Zollverein in Kooperation mit dem Pixelprojekt Ruhrgebiet und dem Ruhr Museum. Gefördert durch die RAG-Stiftung und die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e. V.

Mit der Fotoserie zum Thema „Drogensucht in Deutschland“ wird die Reihe „Pixelprojekt auf Zollverein“ fortgesetzt. Neben Betroffenen zeigt die Ausstellung auch Drogenkonsumräume und Räume der Substitutionsbehandlung.

 

Der Hintergrund

Seit einigen Jahren bildet die Auseinandersetzung mit Suchterkrankungen einen zentralen Schwerpunkt in der fotografischen Arbeit von Alexander Lackmann. Besonders beschäftigt er sich mit substanzgebundenen Abhängigkeiten, mit denen er auch in seinem persönlichen Umfeld konfrontiert wurde. Dass in Deutschland noch immer mehrere Tausend Menschen jährlich an den Folgen ihres Drogenkonsums sterben, macht für ihn auf eindrückliche Weise deutlich, dass dieses Thema – trotz jahrzehntelanger Diskussionen und Präventionsarbeit – weiterhin gesellschaftlich hoch relevant ist.

Seit Anfang 2024 widmet sich Alexander Lackmann zudem den sogenannten Drogenkonsumräumen. Bisher konnte er acht Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen besuchen und fotografisch dokumentieren. Menschen mit einer Substanzgebrauchsstörung erhalten dort neben einer medizinischen Grundversorgung und hygienischen Injektions- oder Rauchutensilien vor allem eine geschützte und sichere Umgebung, in der sie ihrem riskanten und in der Öffentlichkeit stark stigmatisierten Konsum nachgehen können. Diese gesellschaftliche Stigmatisierung führt jedoch häufig dazu, dass Betroffene selbst Hilfsangebote wie Konsumräume meiden und sich nicht trauen, diese Einrichtungen aufzusuchen.

Den Titel „Gelb ist Geschichte!“ entdeckte Alexander Lackmann in einer Informationsbroschüre über Hepatitis C, eine Leberentzündung, deren Virus vor allem beim Drogenkonsum durch das Teilen unsauberer Spritzen oder Konsumutensilien übertragen wird. Eine mögliche Folge der Erkrankung ist die Gelbfärbung von Haut und Augenweiß, die der Krankheit ihren Namen gab.

Die fotografische Auseinandersetzung mit diesem Thema wirft zugleich grundlegende Fragen zur Rolle der Fotografie auf. Bilder können nicht nur dokumentieren, sondern sind mitunter auch an der Entstehung oder Verstärkung von Vorurteilen beteiligt. Lackmann interessiert sich daher besonders für die Darstellungsmöglichkeiten von Sucht in der Fotografie und stellt sich Fragen wie: Wie lässt sich Sucht mit der nötigen Sensibilität und Empathie darstellen? Wie können problematische Bildtraditionen erkannt und vermieden werden? Und schließlich: Ist es überhaupt möglich, Sucht fotografisch „richtig“ abzubilden und zu repräsentieren?

 

Die Ausstellung

Alexander Lackmann versucht mit seiner Arbeit die Komplexität von Abhängigkeit auf verschiedenen Ebenen sichtbar zu machen und zur Reflexion über gesellschaftliche Vorurteile anzuregen. Die Arbeit umfasst derzeit Fotografien von Raumansichten der Konsumräume, Porträts von Klient:innen und Mitarbeitenden – ohne diese identifizierbar zu machen – sowie eine Bildschirmpräsentation mit Found Footage, also gefundenem Bildmaterial aus Medienkontexten, darunter etwa Google-Street-View-Ansichten und Online-Rezensionen.

 

Der Fotograf

Alexander Lackmann wurde 1994 in Gelsenkirchen geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung nahm er 2018 ein Studium der Fotografie (Bachelor of Arts) an der Folkwang Universität der Künste in Essen auf, das er 2023 erfolgreich abschloss. Derzeit setzt er seine Ausbildung dort im Masterstudiengang fort.

 

Aktuelle Fotografie im Ruhrgebiet – Pixelprojekt auf Zollverein

Die Ausstellungsserie zeigt seit November 2021 zeitgenössische Positionen und Ruhrgebietsthemen, die von einer Fach-Jury ausgewählt werden. Die Jury besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Museums Folkwang, der Folkwang Universität der Künste, des Ruhr Museums, des Pixelprojekt_Ruhrgebiet, des Historischen Archivs Krupp sowie der Stiftung Zollverein. Mit der Reihe vereinen die Stiftung Zollverein und das Pixelprojekt_Ruhrgebiet in Kooperation mit dem Ruhr Museum ihre Fotokompetenzen und geben junger zeitgenössischen Fotografie eine Plattform.

Das Pixelprojekt_Ruhrgebiet wurde 2002 vom Fotografen Peter Liedtke entwickelt und 2003 auf Initiative von damals 26 freien Fotograf:innen gegründet. Es ist ein nicht kommerzielles Projekt, das hervorragende fotografische Serien zu einzelnen Aspekten der Region Ruhrgebiet sammelt, strukturiert und auf einer Internetseite sichtbar macht. Über die neu aufgenommenen Serien entscheidet eine Jury. Die mehr als 10.000 Bilder der Sammlung widmen sich Themen wie Ökologie, Soziales, Kultur, Stadt, Wohnen, Sport, dem wirtschaftlichen Wandel und vor allem den Menschen in der Region Ruhrgebiet.

Die Ausstellungsreihe

Ausführliche Informationen zu der Ausstellungsreihe zur aktuelle Fotografie im Ruhrgebiet:

Pixelprojekt auf Zollverein

Der Fotograf

Weitere Informationen zum Fotografen:

Alexander Lackmann