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Ein orange-glühendes Treppenhaus und 6.000 Exponate in einer spektakulären Industriekulisse: Die Dauerausstellung des Ruhr Museums auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein zeigt die faszinierende Natur- und Kulturgeschichte einer der größten Industrieregionen der Welt.

Das Regionalmuseum des Ruhrgebiets zeigt in seiner Dauerausstellung die gesamte Natur- und Kulturgeschichte der Region von der Entstehung der Kohle vor über 300 Millionen Jahren bis zum heutigen Strukturwandel zur Metropole Ruhr. Besucher:innen folgen dem früheren Weg der Kohle und steigen immer tiefer von der Gegenwart in die Geschichte des Reviers hinab. Über drei Ebenen geht es durch fensterlose Bunker vorbei an riesigen Industriemaschinen, rohen Betonwänden und Transportbändern. Dazwischen zeigen 6.000 Exponate in oft faszinierenden Details, wie sich eine ehemals landwirtschaftliche Region zum größten Kohle- und Stahlproduktionsgebiet Europas entwickelte und dann zur Metropole Ruhr wurde.

Gegenwart

Ungewöhnlich anders: Nach dem orange-glühenden Treppenhaus beginnt der Rundgang auf der 17-Meter-Ebene in der Gegenwart der Metropole Ruhr. Präsentiert wird das „Jetzt“ auf einer großen Maschinenbühne zur Sortierung des Gesteins und der Kohle, die zum Panorama der Gegenwart wird. Sie zeigt mit Bildern das „Land der 1.000 Feuer“ und andere Mythen, sowie die heute sichtbaren Phänomene der Industrialisierung mit Fußball, Trinkhallen oder der A40 als hinterleuchtete Fotografien. Ein interaktiver Medientisch bietet Zahlen und Fakten, die Strukturen der Region, dessen heutige Realität in seiner Geschichte wurzelt. Denn ohne die 277 Zechen aus dem Jahr 1860 gäbe es heute gewiss weniger außergewöhnliche Veranstaltungsorte und weniger Grün in Form von Industrienatur.

Die „Zeitzeichen“ in den meterhohen Säulen verbinden einerseits ein Objekt mit einer persönlichen Erinnerung der Bevölkerung. In dieser Spielart des „musée sentimental“ findet sich so eine Schimanski-Jacke neben einem Einmachglas mit Wasser, die beide für eine belebte Vergangenheit und neue Perspektive stehen. Ebenso viele Zeitzeug:innen aus der Erdgeschichte ergänzen die „Zeitzeichen“, wie Schachtelhalme, Haifischzähne oder eine Steinstaublunge, die ihre Spuren über Jahrmillionen im Revier hinterlassen haben. So verbinden sich zwei Zeitschichten: kulturell und natürlich, kurz und ewig.

Das Treppenhaus des Ruhr Museums in orangenes Licht getaucht.
Impression aus der Dauerausstellung auf der 17-Meter-Ebene Mythos Ruhrgebiet
Ein Mensch betrachtet eine Leuchttafel in der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Jungs stehen im Tor auf einem Bolzplatz.
Impression aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Kühe am Ufer der Ruhr.
Luftaufnahme einer begrünten Halde.
Uriger Ruhrgebiets-Kiosk an der Straße.
Großes Herbarium aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der 17-Meter-Ebene der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Vitrinen in der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Einmachglas mit eingekochtem Wasser
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.

Gedächtnis

Unerwartet vielfältig: Die fensterlosen Bunker der 12-Meter-Ebene sind die Speicher des vorindustriellen Gedächtnisses des Ruhrgebiets. In diesen Wunder- und Schatzkammern wurden früher „Berge“, Wasser und Kohle gelagert. Von Mammutskelett über römisches Glas, kostbaren Kelchen und Schriften bis hin zur Holzstatue zeigt die Ausstellung eine Reihe ihrer wertvollsten Hinterlassenschaften, die von bedeutenden Museen und Leihgebern aus der ganzen Ruhrregion stammen. Darüber hinaus zeigen die Räume mit naturkundlichen, archäologischen und ethnologischen Exponaten drei der ältesten Sammlungen des Ruhr Museums, die für über 110 Jahre Sammlungsgeschichte stehen.

Skelett eines Mammuts in der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.

Geschichte

200 Jahre auf 100 Metern: Den gewaltigen Umwälzungsprozess der Industrialisierung erzählt das Ruhr Museum auf der 6-Meter-Ebene auf einer langen, beeindruckenden Raumachse als Drama in fünf Akten. Auf einen erdgeschichtlichen Prolog über die Entstehung der Kohle vor 300 Millionen Jahren folgt der dramatische Prozess der Industrialisierung mit den Anfängen durch die Preußischen Reformen und die Industriepionier:innen im 18. Jahrhundert. Es folgen die Durchbrüche mit Dampfmaschinen und neuen Verkehrswegen, die Hochindustrialisierung mit Großkonzernen, Migration und Arbeitskämpfen, gefolgt von den Zerstörungen in den zwei Weltkriegen und dem anschließenden Wiederaufbau bis hin zum Strukturwandel mit seinen Krisen und neuen Wegen. Der Epilog zieht Bilanz und versucht einen Ausblick am Ende des Zeitalters des Verbrauchs fossiler Energie. Und so endet die Ausstellung, wo sie begann: in der Gegenwart.

Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme des Großen Karbondioramas der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung zur Vorindustriellen Gesellschaft.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Blick in den Mittelkorridor auf der 6-Meter-Ebene der Dauerausstellung.
Aufnahme aus der 6-Meter-ebene der Dauerausstellung des Ruh Museums.
Panorama der Kruppschen Gussstahlfabrik, Oktober 1864
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Aufnahme aus der Dauerausstellung des Ruhr Museums.
Das Treppenhaus des Ruhr Museums in orangenes Licht getaucht.