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Anker-Steinbaukasten Nr. 9A, F. Ad. Richter & Cie AG, Rudolstadt, Wien, Rotterdam, um 1905

50,00 € / Objekt-Nr. 5654

© Ruhr Museum / Christoph Sebastian
Die Anker-Steinbaukästen der F. Ad. Richter & Cie gelten als erstes Systemspielzeug der Welt. Mit den aufeinander abgestimmten Bausteinen ließen sich Miniatur-Bauwerke in den unterschiedlichsten Formen errichten.

Im 19. Jahrhundert entdeckten Pädagogen den Wert von Bauklötzen für die frühkindliche Erziehung. Mit ihnen sollten Kinder die Fähigkeit erlangen, einen Bauplan in eine dreidimensionale Konstruktion umzusetzen. Verbreitet waren Bauklötze aus Holz. 1880 erwarb der Unternehmer Friedrich Adolph Richter ein Patent zur Herstellung von künstlichem Stein, aus dem sich passgenaue und farbige Bausteine herstellen ließen. In den kommenden Jahrzehnten vermarktete er sie unter dem Markennamen „Anker“.

Die Bausteine bestehen aus Sand, pulverisierter Kreide, Farbstoffen und Leinölfirnis als Bindemittel. In ihrer Anmutung gleichen sie natürlichem Sandstein. Nach 1900 enthielten die Kästen auch Elemente aus Metall für Brücken- und Dachkonstruktionen. Jedem Kasten war ein Bauplan beigegeben, der die Errichtung des auf dem Deckel abgebildeten Bauwerks anleitete. Durch den Kauf von Ergänzungskästen ließ sich die Palette der möglichen Konstruktionen beliebig erweitern.

Der Hauptsitz der F. Ad. Richter & Cie lag in Rudolstadt in Thüringen. Zur Blütezeit des Unternehmens 1910 waren hier rund 650 Arbeiter beschäftigt. Die Anker-Bausteine wurden international vertrieben, worauf die Mehrsprachigkeit auf den Deckeln der Kästen hinweist. Voller Stolz präsentierte man dort auch die Auszeichnungen, die den Baukästen bei Ausstellungen verliehen wurden.