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Attisch-schwarzfigurige Halsamphora aus der Leagros-Gruppe, Fundort unbekannt, spätarchaisch, um 510 v. Chr.

100,00 € / Obj.-Nr. 2847

© Ruhr Museum / Rainer Rothenberg
Halsamphoren wurden im alten Griechenland als Vorrats- und Transportgefäße genutzt. Die schwarzfigurig bemalte Vase zeigt den Gott Apollon mit seiner Leier, flankiert von zwei Frauenfiguren und einem Reh.

Die aus Attika stammende schwarzfigurige Halsamphora der Leagros-Gruppe aus der Zeit um 510 v. Chr. vereint mythologische Erzählung und handwerkliche Präzision zu einem eindrucksvollen Zeugnis spätarchaischer Bildkultur. In Athen gefertigt, bezeugt das Gefäß die technische und künstlerische Qualität der attischen Werkstätten. Im Zentrum der Darstellung steht der Gott Apollon. In Unterkleid und Mantel gekleidet, hält er die Leier (Kithara) und ein Plektron. Diese Attribute weisen ihn als Gott der Musik und Künste aus. Er wird von einem Reh, seinem Symboltier, begleitet. Zwei weibliche Figuren, wohl Artemis und Leto, rahmen die Szene. Die schwarzen Silhouetten der Motive heben sich vom orangefarbenen Tongrund des Gefäßes ab. Feine Ritzlinien skizzieren Gewänder und Details, während ornamentale Bänder Hals und Unterteil strukturieren. Die Halsamphora ist ein Zeugnis der kulturellen Blüte Athens im späten 6. Jahrhundert v. Chr., als Mythos, Kult und ästhetische Innovation untrennbar miteinander verwoben waren.