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Schmelzschuppenfisch aus der Posidonienschiefer-Formation, Dotternhausen; 180 Millionen Jahre

100,00 € / Objekt-Nr. RE 551.762.130 A 0146/1-2

© Ruhr Museum / Christoph Sebastian
Ein Fisch aus dem Jurameer, 180 Millionen Jahre alt. Im Schaudepot schwimmen seine beiden Hälften scheinbar aufeinander zu – eine Liebeserklärung an die Paläontologie und die Schönheit der Natur.

Die Posidonienschiefer-Formation in Südwestdeutschland zählt zu den bedeutendsten Fossillagerstätten der Welt. Vor 180 Millionen Jahren erstreckte sich hier ein Meer mit sauerstoffarmem Boden, der außergewöhnliche Erhaltungsbedingungen bot. Zahlreiche Fische, Meeressaurier, Ammoniten und Seelilien blieben so in dunklen, organisch reichen Tonsteinen erstaunlich detailreich bewahrt. Der Sauerstoffmangel verhinderte die rasche Zersetzung. Kadaver sanken in den feinen Schlamm am Meeresboden ein und wurden so vor Aasfressern geschützt. Beim Entwässern und Zusammensacken des Sediments unter Auflast wurden die Organismen jedoch meist flachgedrückt. Einige Fossilien blieben aber dreidimensional in Kalkkonkretionen erhalten. Diese, auch „Elefanteneier“ genannten Gebilde, entstanden durch chemische Prozesse um den abgestorbenen Organismus und konservierten ihn plastisch. Wird eine solche Konkretion fachgerecht geöffnet, erscheint ein Fossil, als habe die Zeit ewig innegehalten. Im Schaudepot sind die beiden Hälften so präsentiert, als schwämmen zwei Fische aufeinander zu, um sich im nächsten Moment mit dem Mund zu berühren – eine Liebeserklärung an die Paläontologie, die wissenschaftliche Präzision und die Schönheit der Natur eindrucksvoll vereint.