Kieselschwämme der Gattung Coeloptychium zählen zu den begehrtesten Fossilien der Münsterländer Kreide. Die filigranen, pilzförmigen Schwämme sind häufig vollständig erhalten – mit Schirm, Stiel und Wurzel noch im ehemaligen Meeresboden verankert. Ihr Formenreichtum ist beeindruckend und von besonderem ästhetischem Reiz. Der Name Coeloptychium bedeutet „Hohlfalte“ und verweist auf den fragilen, fein gefalteten Bau dieser Organismen. Schwämme unterscheiden sich in ihrem Grundbauplan deutlich von allen anderen Tierstämmen. Viele Kieselschwämme bilden kelchförmige Körper, deren dünnwandige Strukturen erstaunlich stabil waren. Manche Exemplare wirken wie surreale Skulpturen. Dieses Stück erinnert mit seiner regelmäßigen Form an einen Sonnenschirm. Man nimmt an, dass diese Tiere in mehreren Hundert Metern Wassertiefe lebten. Obwohl Schwämme weder Muskeln noch Nerven besitzen, reagieren ihre Zellen koordiniert auf Reize. Ihre Regenerationsfähigkeit erlaubte es ihnen, Körperteile zu ersetzen und sich asexuell zu vermehren – eine einfache, aber wirkungsvolle Überlebensstrategie im Kreidemeer.

