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Waffeleisen, Westfalen (?), 1632

100,00 € / Objekt-Nr. 7053

© Ruhr Museum / Christoph Sebastian
Schon früher gehörten Waffeln zu besonderen Festen dazu. Das Waffeleisen von 1632 erzählt davon: Es zeigt ein Brautpaar, umgeben von frommen Symbolen. Mit jedem gebackenen Herz oder Muster wurden die Erinnerung an die Hochzeit und der Wunsch nach Glück und Segen direkt ins Gebäck geprägt.

Bei einigen Festlichkeiten gab es in bäuerlichen Haushalten der Vormoderne besondere Köstlichkeiten wie zum Beispiel Waffeln. Ihre Herstellung unterscheidet sich kaum von der heutigen: Der Teig wurde auf eine Metallplatte gegeben, mit einer zweiten Platte flach gepresst und als dünne Schicht beidseitig über dem Herdfeuer gebacken. Unser Waffeleisen besteht aus zwei handgeschmiedeten Eisenstangen, deren flache Enden zangenartig zusammengedrückt werden. Die in die Platten eingeritzten, teilweise punzierten Schmuckelemente, die sich auf die Waffel übertrugen, weisen auf einen besonderen Anlass hin – eine Hochzeit. Eine Seite zeigt umlaufende Ornamente, Sterne und Sonnenräder sowie im Zentrum ein stilisiertes Herz. Darin stehen die Zeichen D, † und DAHL, darunter das Christusmonogramm IHS. Links und rechts des Herzens finden sich die Zahlen 16 und 32, die zusammen das Jahr 1632 ergeben. Die andere Seite zeigt links den Bräutigam, rechts die Braut, beide mit Krone, dazwischen ein großes flammendes Herz. Die religiöse Symbolik verweist auf die Frömmigkeit des Paares und den Wunsch nach einer Ehe unter dem Segen Christi.