Gefahrenquellen wie Steinschlag oder herabfallende Kohle zählten zu den häufigsten Unfallursachen unter Tage. Um den Kopf vor Stößen sowie Stein- und Kohlefall zu schützen, etablierten sich bis in die 1950er Jahre gehärtete Lederkappen als Ausrüstungsstandard für den Kopfschutz im Bergbau. Anschließend wurden sie nach und nach von Kunststoffhelmen abgelöst, die gleich mehrere Vorteile boten: Sie waren witterungsbeständiger, leichter zu reinigen und damit insgesamt langlebiger. Der Sitz auf dem Kopf ließ sich durch das Tragegestell im Inneren verstellen. Dieses sorgte zugleich für einen Abstand zwischen Kopf und Helmschale und erhöhte nicht nur den Schutz bei Stößen, sondern auch den Tragekomfort. Eine frontal angebrachte Halterung ermöglichte die unkomplizierte Anbringung einer Stirnlampe.
Einen weiteren Vorteil bot die einfache Einfärbung des Kunststoffs. Die Helme konnten in verschiedenen, gut sichtbaren Farben hergestellt werden, sodass sich Funktion oder Aufgabenbereich des Trägers unter Tage auf den ersten Blick erkennen ließen. Eine einheitliche Farbregelung gab es jedoch nicht. Die Bedeutung der Helmfarben unterschied sich von Zeche zu Zeche. Gelbe Helme wurden vielerorts von Hauern getragen, während andere Farben beispielsweise Steigern, der Grubenwehr oder weiteren Berufsgruppen vorbehalten waren.

