
Die numismatische Sammlung des Ruhr Museums gehört zu den am besten bearbeiteten und geschlossensten Sammlungen des Ruhr Museums und zählt zu den bedeutendsten Sammlungen zur Numismatik im Ruhrgebiet und in Nordrhein-Westfalen. Dies ist vor allem Heinz Josef Kramer zu verdanken, der im letzten Vierteljahrhundert die Sammlung betreute. Und dies ist umso erstaunlicher, als die Sammlung in ihrer über einhundertjährigen Geschichte die gleiche wechselvolle Entwicklung wie das gesamte Museum genommen hat. Die Ursprünge liegen hier wie dort im entstehenden lokalhistorischen Interesse der Essener Bürgerschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert, das zu ersten Sammlungsbemühungen, Ausstellungen und schließlich zur Museumsgründung im Jahr 1904 führte. Von Anfang an wurden auch Münzen gesammelt, die zum Kernbestand der vormodernen Geschichte gehörten, zunächst im regionalen, schon in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts aber auch im überregionalen Kontext. Dabei waren diese Sammlungsbemühungen eher zufällig, wenig systematisch und abhängig von den Vorlieben der jeweiligen Museumsdirektoren und Sammlungsverantwortlichen. Zunichte gemacht wurden sie zu großen Teilen in den verheerenden Verlusten im Zweiten Weltkrieg, in dem mit einem Großteil der Sammlungen des Ruhr Museums auch die Mehrzahl der numismatischen Bestände verloren ging.
Es ist wie gesagt der Verdienst von Heinz Josef Kramer, dass er die Sammlung ab den späten 1980er Jahren aus dem Dornröschenschlaf geweckt hat und von da an – ehrenamtlich – mit einem ungeheuren Eifer die Sammlung erweitert und systematisiert, erforscht und beschrieben hat. Mit finanzieller Unterstützung der Sparkasse Essen und der Deutschen Bank AG Essen hat er den Umfang der Sammlung in den 25 Jahren seiner Tätigkeit auf über 20.000 Stücke verdreifacht. Durch intensives Studium und den Austausch mit der numismatischen Fachwelt in Auktionshäusern und Museen hat er sich den Ruf eines ausgesprochenen Experten – vor allem auf dem Gebiet der Essener und Werdener Geldgeschichte – erworben.
Dabei umfasst die numismatische Sammlung des Ruhr Museums beileibe nicht nur Münzen, sondern auch Geldscheine und Wertpapiere, Medaillen und Plaketten, Orden und Abzeichen, Stempel und Siegel, kurz alles, in das sich etwas eingeprägt hat. Die Objekte stammen häufig auch aus Sammlungsbeständen des Museums zur Industrie- und zur vormodernen Geschichte. Gemeinsam werden sie in diesem Katalog in ausgewählten Beispielen gezeigt, die die ganze Breite und den Reichtum der Numismatischen Sammlung nur andeuten können.
Der Katalog "Eingeprägt. Numismatik im Ruhr Museum" ist im Verlag der Buchhandlung Walther König erschienen.