
Kunst trifft Erdgeschichte: Multimediale Installation von Nico Joana Weber im Schaudepot des Ruhr Museums
Auf drei Emporen im Obergeschoss des Schaudepot Ruhr Museum präsentiert Nico Joana Weber eine vielschichtige Installation aus aktuellen filmischen und fotografischen Arbeiten sowie Werken und Objekten früherer Projekte. Dabei stellt sie Bezüge zu den Naturwissenschaftlichen Sammlungen des Ruhr Museums, zur Mineralogischen Sammlung der Ruhr-Universität Bochum und zum Künstler Sigmar Polke her.
Eine künstlerische Spurensuche zwischen Essen und Venedig
Ausgangspunkt ist eine besondere Verbindung zwischen dem Ruhr Museum und der internationalen Kunstgeschichte: Für seine 1986 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete Installation „Athanor“ auf der Biennale von Venedig lieh Sigmar Polke einen Meteoriten und einen Quarzkristall aus dem damaligen Ruhrlandmuseum aus. Im Zuge seiner Vorbereitungen stellte er der damals für die Ausleihe verantwortlichen Kuratorin und Geologin Ulrike Stottrop grundlegende Fragen zu Mineralien, Gesteinen und Pigmenten.
40 Jahre später greift Nico Joana Weber diese Verbindung im Ruhr Museum, dem Nachfolger des Ruhrlandmuseums, wieder auf. Ihre Installation beschäftigt sich mit der Herkunft, den Wegen und der Präsentation natürlicher Materialien sowie mit ihrer Transformation. Dabei verbindet sie das Ruhrgebiet als Paradebeispiel der Gewinnung, Verarbeitung und Erforschung von Rohstoffen mit Venedig als historisches Zentrum des Kunst- und Wissenstransfers, das auf weltumspannende Handelsbeziehungen beruht.
Das Schaudepot als besonderer Ausstellungsort
Einen außergewöhnlichen Rahmen bietet das Schaudepot des Ruhr Museums in der ehemaligen Salzfabrik auf dem Gelände der Kokerei Zollverein. Wo das Museum umfangreiche Sammlungen zur Natur- und Kulturgeschichte des Ruhrgebiets bewahrt, treten Sammlungsschatz und zeitgenössische Kunst in einen neuen Dialog. Die Installation lädt dazu ein, naturwissenschaftliche Sammlungsstücke nicht nur als Zeugnisse der Erdgeschichte, sondern auch als Ausgangspunkte künstlerischer Fragestellungen zu betrachten.
Über die Künstlerin
Nico Joana Weber (*1983) arbeitet medienübergreifend und mit Methoden der künstlerischen Forschung. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Transformations- und Aneignungsprozesse sowie das Sichtbarmachen verborgener Geschichten. Sie studierte Bildende Kunst und Kunstgeschichte am Goldsmiths College in London und absolvierte ein Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln. Ihre Arbeiten wurden in internationalen Ausstellungen und Screenings präsentiert und mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bonner Kunstpreis (2019) und dem Villa Romana Preis (2016).
Zum Projekt „Sigmar Polke. Athanor NOW“
„Sigmar Polke. Athanor NOW“ würdigt 40 Jahre nach Sigmar Polkes legendärer Athanor-Installation im Deutschen Pavillon der Biennale von Venedig 1986 die anhaltende Bedeutung des Künstlers für Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft. Gemeinsam mit rund 60 Partnerinstitutionen und über 80 Veranstaltungen weltweit werden Polkes Ideen und Arbeitsweisen aus heutiger Perspektive neu beleuchtet. Im Fokus stehen Themen wie Materialität, Alchemie, Ökologie, Politik und Technologie. Das Ruhr Museum beteiligt sich seit Juni 2026 mit Vorträgen, Workshops, Führungen und Ausstellungen an diesem spartenübergreifenden Programm.
Weitere Informationen unter www.sigmar-polke-athanor-now.com
Die nächsten Termine dieser Veranstaltung finden Sie im Kalender.
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