Wollhaarmammuts zählen zu den bekanntesten Tieren der Eiszeit und sind zugleich das Wappentier der traditionsreichen Paläontologischen Gesellschaft. Auch im heutigen Ruhrgebiet lebten diese imposanten Tiere der Art Mammuthus primigenius noch vor etwa 13.000 Jahren in einer offenen Steppenlandschaft, wie zahlreiche Fossilfunde belegen. Der hier gezeigte Unterkiefer stammt von einem noch nicht ausgewachsenen Tier. Entdeckt wurde er 1929 bei Baggerarbeiten zur Erweiterung des Rhein-Herne-Kanals – ein Zufallsfund, der eindrucksvoll zeigt, wie eng industrielle Entwicklung und wissenschaftliche Forschung im Ruhrgebiet miteinander verbunden sind. Beim Ausbau der Wasserstraßen förderten Arbeiter immer wieder bedeutende Fossilien zutage. Aufgrund seines guten Erhaltungszustands wurde der Unterkiefer bereits in den 1930er Jahren intensiv untersucht. Eine vielbeachtete Fachpublikation lieferte wichtige Erkenntnisse zur Altersstruktur und Zusammensetzung von Mammutpopulationen im unteren Emschertal. Das Fossil erzählt damit nicht nur von einer längst vergangenen Tierwelt, sondern auch von spannender paläontologischer Forschung in einer sich rasch wandelnden Industrieregion.

