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Wohnzimmerschrank, Essen, 1910-13

Ehrenpatenschaft / Objekt-Nr. 21795 / Renate Buchholz-Spahn und Dr. Günther Buchholz

© Ruhr Museum / Christoph Sebastian
Das Buffet für ein Speisezimmer besticht durch seine Anmutung und die Verarbeitungsqualität. Entworfen hat es der Essener Georg Metzendorf, der als Architekt der Gartenstadt Margarethenhöhe Ruhm erlangt hat.

Georg Metzendorf ist als Architekt und weniger als Möbeldesigner bekannt und berühmt geworden. Er war der leitende Architekt für die Konzeption und den Bau der Gartenstadt Margarethenhöhe in Essen. Sein Auftraggeber war die Margarethe Krupp-Stiftung (MKS), die sich aus dem Krupp-Konzern und der Stadt Essen zusammensetzt. Zu Metzendorfs architektonischen Konzept gehörte, den Mieterinnen und Mietern das komplette Wohnumfeld zu gestalten, was auch die Inneneinrichtungen miteinschloss. Er entwarf Möbel eigens für die Margarethenhöhe, die er in den ersten Bauphasen (ab 1910) im Auftrag der MKS in drei Musterzimmern präsentierte. Die Mieter konnten – mussten aber nicht – die Möbel kaufen. Aus dieser frühen Bauphase der Siedlung Margarethenhöhe stammt der prächtige zweiteilige Wohnzimmerschrank, was das Können Metzendorfs als Möbeldesigner verdeutlicht.

Dieses Buffet für ein Speisezimmer kam als Schenkung über die Nachfahren eines Mitarbeiters von Metzendorf ins Ruhr Museum. Eugen David Spahn hatte als Bauleiter Metzendorfs in den ersten Bauphasen Anteil an der Realisierung der Gartenstadt Margarethenhöhe. Er kaufte das Möbel und weitere Stücke von der MKS an. Seine Möbel nahm er und seine Familie in den folgenden Jahrzehnten bei den Umzügen immer wieder mit. Trotz dieser Umzüge hat der Schrank nicht gelitten. Außergewöhnlich ist sein guter Erhaltungszustand, was mit der Pflege als „Metzendorf-Möbel“ und der hohen Verarbeitungsqualität zu erklären ist. Denn selbst an den Schubladenführungen und den Schrankfüßen lassen sich kaum Verschleißspuren finden.