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Ruhr Museum | V: Prof. Dr. Michael Baales „Von Neandertalern und Rentierjägern"

Erwachsene, Vortrag u. Diskussion, überLeben in der Eiszeit

Prof. Dr. Michael Baales: „Von Neandertalern und Rentierjägern"

Kokskohlenbunker des Ruhr Museums

Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe im Rahmen der Ausstellung zur »überLeben in der Eiszeit«.

Rätselhafte Steinwerkzeuge und die Entdeckung des Neandertalers: In Nordrhein-Westfalen wurden  bedeutende Funde zur Menschheitsgeschichte gemacht. Der Vortrag zeigt, wie Menschen sich hier über Hunderttausende von Jahren erfolgreich an wechselnde Lebensbedingungen anpassten.

In Nordrhein-Westfalen sind vor bald 200 Jahren wichtige Grundlagen für die Erforschung der ältesten Geschichte gelegt worden. In der Balver Höhle im Sauerland entdeckten Geologen im Winter 1843/44 Steine, die sie sich dort nicht erklären konnten. Später wurde klar, dass es sich dabei um frühe Steinwerkzeuge handelte. 1856 dann der Quantensprung: die Entdeckung des namengebenden Neandertalers bei Mettmann, der Johann Carl Fuhlrott veranlasste, über die „Existenz fossiler Menschen“ zu spekulieren. An diesem Fund entwickelte sich ein bedeutender Wissenschaftsstreit um die Urgeschichte des Menschen. Dieser Streit ist längst entschieden und die ältesten Reste des Menschen, die Gattung Homo, sind in Ostafrika bald 3 Millionen Jahre alt. Die europäische Geschichte ist dagegen wesentlich jünger und die ältesten Spuren des Menschen in Nordrhein-Westfalen sind „nur“ etwa 300.000–400.000 Jahre alt. Die Menschen lebten unter den wechselvollen, teils dramatisch sich verändernden Klima- und Umweltbedingungen des Eiszeitalters, als sich während der langen Kaltzeiten mächtige Eisschilde bildeten, die vor 160.000 Jahren bis zur Ruhr und Düsseldorf vordrangen, oder während der kürzeren Warmzeiten hier große Elefanten und Flusspferde lebten. Der Mensch konnte sich diesen Bedingungen immer wieder anpassen, sonst würde es uns heute längst nicht mehr geben.

Prof. Dr. Michael Baales ist Prähistorischer Archäologe mit einem Forschungsschwerpunkt auf der Alt- und Mittelsteinzeit. Er studierte Ur- und Frühgeschichte in Köln und Tübingen und beschäftigte sich bereits in seiner Magisterarbeit und Dissertation intensiv mit den letzten Rentierjägern in Nordrhein-Westfalen und den deutschen Mittelgebirgen.

Nach seiner Tätigkeit am Forschungsbereich Altsteinzeit des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz in Neuwied-Monrepos übernahm er 2002 die Leitung der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen. Seit 2009 ist er außerdem außerplanmäßiger Professor am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Ruhr-Universität Bochum.

Seit 2015 ist Baales Co-Leiter des Forschungsprojekts an der Blätterhöhle in Hagen. Dort kamen in den vergangenen Jahren bedeutende Funde vom Ende der letzten Kaltzeit zutage, darunter die ältesten Reste des modernen Menschen in Westfalen.

 

Die nächsten Termine der kostenfreien Vortragsreihe im Kokskohlenbunker

Do 5.11.2026: Dr. Philipp Schulte: "Von Kreiseln und Vulkanen - Ursachen von Eiszeiten"

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