
Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe im Rahmen der Ausstellung zur »überLeben in der Eiszeit«.
Rätselhafte Steinwerkzeuge und die Entdeckung des Neandertalers: In Nordrhein-Westfalen wurden bedeutende Funde zur Menschheitsgeschichte gemacht. Der Vortrag zeigt, wie Menschen sich hier über Hunderttausende von Jahren erfolgreich an wechselnde Lebensbedingungen anpassten.
In Nordrhein-Westfalen sind vor bald 200 Jahren wichtige Grundlagen für die Erforschung der ältesten Geschichte gelegt worden. In der Balver Höhle im Sauerland entdeckten Geologen im Winter 1843/44 Steine, die sie sich dort nicht erklären konnten. Später wurde klar, dass es sich dabei um frühe Steinwerkzeuge handelte. 1856 dann der Quantensprung: die Entdeckung des namengebenden Neandertalers bei Mettmann, der Johann Carl Fuhlrott veranlasste, über die „Existenz fossiler Menschen“ zu spekulieren. An diesem Fund entwickelte sich ein bedeutender Wissenschaftsstreit um die Urgeschichte des Menschen. Dieser Streit ist längst entschieden und die ältesten Reste des Menschen, die Gattung Homo, sind in Ostafrika bald 3 Millionen Jahre alt. Die europäische Geschichte ist dagegen wesentlich jünger und die ältesten Spuren des Menschen in Nordrhein-Westfalen sind „nur“ etwa 300.000–400.000 Jahre alt. Die Menschen lebten unter den wechselvollen, teils dramatisch sich verändernden Klima- und Umweltbedingungen des Eiszeitalters, als sich während der langen Kaltzeiten mächtige Eisschilde bildeten, die vor 160.000 Jahren bis zur Ruhr und Düsseldorf vordrangen, oder während der kürzeren Warmzeiten hier große Elefanten und Flusspferde lebten. Der Mensch konnte sich diesen Bedingungen immer wieder anpassen, sonst würde es uns heute längst nicht mehr geben.
Die nächsten Termine dieser Veranstaltung finden Sie im Kalender.
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